FDP Bayern Landtagswahl 2018-Tierschutz

Tierschutz

Tierschutz ist durch Druck der Freien Demokraten als Staatsziel im Grundgesetz verankert worden. Wir fühlen uns auch in Bayern unseren Mitgeschöpfen verpflichtet. Unser Ziel ist es, durch technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung der Gesellschaft den Tierschutz für alle Tierarten weiterzuentwickeln und zu erhöhen. In der Forschung fordern wir eine vollständige Negativ-Datenbank über missglückte Tierversuche. Wenn gescheiterte Projekte bekannt sind, müssen Tierversuche ohne Erfolgsaussichten nicht unnötig wiederholt werden. Das schont auch Forschungsgelder. Generell wollen wir Freie Demokraten aber innovative Ansätze in der Medizinforschung stärker fördern, die dazu beitragen, Tierversuche so weit wie möglich zu verhindern. Beispiele wie die In-Vitro und In-Silico Technik helfen bei der wirksamen Arzneimittel-Entwicklung und verhindern zugleich unnötiges Tierleid. Hierfür wollen wir mehr Forschungsgelder zur Verfügung stellen. Unser langfristiges Ziel ist es, Tierversuche weitgehend zu ersetzen, wenn innovative Methoden sich in der Praxis als zuverlässiger und spezifischer erweisen. Tiertransporte dürfen künftig ausschließlich mit Videoüberwachung durchgeführt werden. Transporte von Schlachttieren in EU-Drittländer wollen wir verbieten. Wir fordern zudem, dass eine strengere Definition von Zuchttieren im Rahmen der Transporte verfasst wird und die Genehmigung des Transportes durch die Veterinärämter erteilt wird. Wir Freie Demokraten fordern eine gesetzlich vorgeschriebene Videoüberwachung von Schlachthöfen in allen Bereichen, in denen sich Tiere aufhalten. Tiere haben ein Recht auf einen so weit wie möglich schmerzlosen und angstfreien Tod, der durch die derzeitige Kontrollpraxis der Veterinärämter jedoch nicht garantiert werden kann. Die Durchführung des sogenannten Weideschusses trägt nicht nur zur Reduzierung von Tiertransporten bei: Die Stressreduktion bei der Tötung sorgt zudem für mehr Tierwohl und folglich auch für eine bessere Fleischqualität. Hierzu möchten wir die bisher umfangreichen Behördengänge verkürzen, weniger behördliche Beobachter vor Ort bei der Schussdurchführung vorschreiben und einheitliche Richtlinien für etwaige Schussrichtungsgutachten schaffen. Langfristig soll auch die Aufnahme der Weideschussgenehmigung bei der Erlangung des Jagdscheins möglich sein. Zudem wollen wir sogenannte mobile Schlachtkammern fördern, damit das Zeitlimit von 60 Minuten vom Schuss bis zur Schlachtung unabhängig von den Gegebenheiten vor Ort eingehalten werden kann. Wir Freie Demokraten fordern eine allgemeine Tierhalteverordnung für Haus-, Nutz- und Zootiere, die konkrete Mindestanforderungen an die Haltung von Tieren vorsieht. Denn die Freiheit zur Tierhaltung schließt die Verantwortung für das Tier mit ein. Dies bedingt entsprechende tierärztliche Versorgung und ein Leben nach artspezifischen Bedürfnissen. Daher schließen wir uns auch dem weit verbreiteten Wildtierverbot in Zirkussen an. Bayerns Hunderassenliste von 1992 muss aktualisiert und den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden. Bundesweit wollen wir Freie Demokraten uns für ein einheitliches Vorgehen bei den Einstufungen von Listenhunden einsetzen. Die Gefährlichkeit von Hunden geht nicht von der Rasse, sondern vom Halter selbst und der Hundeerziehung aus. Daher wollen wir Anreize für den Erwerb eines so genannten Hundeführerscheins setzen: Wer die freiwillige theoretische und praktische Prüfung eines Hundevereins oder einer Hundeschule absolviert hat, soll von der kommunalen Hundesteuer befreit werden.